Anlässlich der Eröffnung des Kultur- und Kongresszentrums »Forum am Schlosspark« im Jahr 1988, formierten sich unter der künstlerischen Leitung des Regisseurs Rainer Kittel und der Dramaturgin Christine Macco zahlreiche Kulturgruppen Ludwigsburgs zur Inszenierung einer spartenübergreifenden und multimedialen »Odyssee«, bei der das Publikum nicht nur viele Räume des neuen Gebäudes kennen lernen sollte, sondern auch das künstlerisch-kulturelle Potential, das in Ludwigsburg schlummerte. Diese Inszenierung wurde ein solch großer Erfolg bei Publikum, Presse und den über 250 Beteiligten, dass gleich anschließend die Idee entstand, diese Produktionsform zu einem festen und einzigartigen Bestandteil des Ludwigsburger Kulturlebens zu machen. Auch der Name dieses Theaters von Bürgern für Bürger war schnell gefunden: BürgerTheater Ludwigsburg.
Die zeitgemäß bearbeiteten Stücke griffen inhaltlich Fragen der Gegenwart und die Vielfalt des städtischen Lebens auf. In den Inszenierungen wurden Schauspiel mit Tanztheater, urbane Tanzstile und Videokunst mit Musikensembles klassischer, traditioneller oder zeitgenössischer Musik verbunden. Bundesweite Beachtung fand 2017 das Stück „Urban Prayers“ von Björn Bicker, das unter Beteiligung verschiedener Religionsgemeinschaften in Szene gesetzt und in den unterschiedlichen Glaubensräumen (Evangelische und Katholische Kirche, Moschee, Alevitische Gemeinde) aufgeführt wurde.
Zum Ende 2020 übergab der Gründer Rainer Kittel nach 22 erfolgreichen Jahren das BürgerTheater an ein neues Leitungsteam mit Axel Brauch, Gesine Mahr und Bettina Gonsiorek, das bereits bei „Troja.Macht.Krieg“ und „Urban Prayers“ maßgeblich mitgestalteten.
Nicht nur pandemiebedingt begab sich das neue Team ab 2021 auf eine Reise durch die Stadtteile, befragte die Menschen vor Ort nach ihren Wünschen und Utopien zum Zusammenleben. In vielfältigen kreativen Aktionen, Gesprächen, Spaziergängen, Workshops wurde sich künstlerisch ausprobiert, diskutiert, auseinandergesetzt und reflektiert. Am Ende stand ein Gesamtkunstwerk, das die vierjährige Reise auf die Bühne brachte mit über 100 Beteiligten unter dem Titel „Der Atlas der unentdeckten Stadtteile“.
L‘UTOPIA
„(…)Außerdem hat mir das gesamte Stück voll aus dem Herzen gesprochen. Als oft blauäugig getadelte Großträumerin, habe ich das Vertrauen in die Verwirklichung von kleinen, wie großen Utopien etwas aufgegeben. Das Stück hat das negative Bild in mir hin zu einem optimistischen Bild gewandelt. Ich finde wir alle haben hier gemeinsam eine kleine Utopie verwirklicht und gelebt. Das zeigt es ist möglich! Und das ist unbedingt mindestens erhaltenswert! “
(ZITAT ein*e Mitwirkende*r)


