MOVING BEYOND ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Sein im Körper und dem Sein in der Welt. Wir akzeptieren und erforschen die Liminalität und das Nicht-Dauerhafte. Liminal ist ein Wort für: nicht mehr hier und noch nicht da, nicht mehr wie es war und noch nicht, wie es möglicherweise sein wird. Das Vorübergehende, das Nicht-Bleibende erleben wir in der Bewegung und im Tanz als die Konstante.
In den Moving BeYond-Projekten kalibrieren und gestalten wir Veränderung. Dazu werden somatische und performative Tools erworben und praktiziert. Der Körper — als Grenzbereich zwischen dem eigenen Bewusstsein und der Welt — ist das feinste Instrument im Liminalen.
MOVING BEYOND bietet Trainingsmodulen an Tänzerinnen, Bewegerinnen und alle, die über Selbstverständliches hinaus gehen möchten. Wir bringen die somatische Forschung in der Embodiment-Praxis. Dieses wiederum bildet die Grundlage für Performance Research: Das ‘Im-Körper-Sein’ in dieser Welt wird performativ, künstlerisch und gesellschaftlich erkundet.
Drei Prämissen bilden die Grundlage dieser Praxis:
1. Prämisse: BeYond the Body
Die tiefe, zelluläre Mikrowelt tanzt mit den Empfindungen, die wir in unserem Nervensystem registrieren. Kohärenz von Körper und Geist ist ein sich ständig veränderndes Zusammenspiel sinnlicher Wahrnehmungen und Verkörperungen der inneren und äusseren Strukturen, Bewegungen und Räumen. Nicht was ich sehe, sondern wie ich sehe, lässt mich tanzen. Die Elastizität zwischen Selbst und Umgebung wird durch das Potenzial des Raumes und der Zeit dazwischen gesteigert. Wir erweitern die Konzepte des tanzenden Selbst um ökologische Perspektiven.
Glaubwürdige und unglaubwürdige Erfahrungen entfalten sich auf natürliche Weise, wenn Stille und Abwesenheit als Phänomene erforscht werden.
2. Prämisse: BeYond Hier und Jetzt
Zeit- und Raum-Tools werden erworben, um sich improvisatorisch und choreografisch immer wieder neu entscheiden zu können. Die Fragilität des Augenblicks bewegt uns. Wir widmen unsere Bewegungen dem auf der Erde, was von ungewisser Dauer ist.
3. Prämisse: BeYond Performance
Der Körper ist die Landschaft, womit wir einladen zu sehen und gesehen zu werden. Die Interaktion der Beweger*innen mit dem, was umgibt, wird erforscht. Tanz als momentane Benachrichtigung eines endlosen, umfassenden Universums führt uns über das Studio hinaus in weitere natürliche und öffentliche Räume.
2027 BIETET DIE TANZ- UND THEATERWERKSTATT IM RAHMEN DIESER BERUFSBEGLEITENDEN FORTBILDUNG VIER TERMINE AN:
Modul I | Developmental Movement | Wandel erforschen
07. - 09. Januar // 10:00 - 18:30 Uhr
10. Januar // 10:00 - 13:00 Uhr
Im Research zu Wandel nimmt das erste Modul die Perspektive der horizontalen Ebene ein: Ko-Existenz. Wo hört ‘wer’ auf und beginnt ‘ander’? Wann hört ‘etwas’ auf und beginnt etwas Anderes? Wir lassen uns von ‘Developmental Movement’ (BMC®) inspirieren und widmen uns der Intelligenz der Billionen von Zellen, dem Zusammenleben mit Bakterien und unserer Zugehörigkeit zur Erde. In Moving BeYond entwickeln wir im Tanzen und Bewegen eine ‘Innere Zeugin’, um ‘Übergänge’ explorativ zu erkunden und zu gestalten.
Modul II | Die Wirbelsäule | Aufrichten und Verneigen
20. - 22. Mai // 10:00 - 18:30 Uhr
23. Mai // 10:00 - 13:00 Uhr
Im Research zu Wandel nimmt das zweite Modul die Perspektive der vertikalen Ebene ein: Kollaborieren.
Wie zentral ist die Wirbelsäule? Auseinandersetzungen mit ‚wie wir wahrnehmen und entscheiden‘ führen ins Forschen nach der Entwicklung des Rückenmarkes und des Gehirns. Im Erkunden der prä-spinalen und spinalen Bewegungen werden wir Raum von Rücken und Organe gewahr. Im Spiel von ‚Dezentralisieren‘ widmen wir uns der Komplexität der neuromuskulären und faszialen Netzwerke. Es ergibt sich die Aufrichtung und ebenso wichtig: sehr viele Möglichkeiten sich zu verneigen.
In Moving BeYond entwickeln wir Tanz- und Performance ‘Tools’, um ‘Übergänge’ explorativ zu erkunden und gestalten.
Modul III | Gliedmaßen | Hände und Füße – wo Welten sich begegnen
07. - 11. September // 10:00 - 18:30 Uhr
12. September // 10:00 - 13:00 Uhr
Im Research zu Wandel nimmt das dritte Modul die Perspektive der lateralen Ebene ein: Kooperieren, Koordinieren.
Anhand der embryologischen Entstehung und der Anatomie der Glieder erforschen wir das Ausreichen, Geben und Empfangen: Bewegungen, die uns in Verbindung bringen mit der Umgebung. Der Balance von Ja und Nein, Hingabe und Rückzug führt zu mehr Authentizität. Knochen, Muskeln, Haut und Sinne vermitteln unsere Verfügbarkeit. BeYond Kontrolle setzt uns in Kooperation mit dem Moment.
In Moving BeYond entwickeln wir Tanz- und Performance ‘Scores’, um ‘Übergänge’ explorativ zu erkunden und gestalten.
Modul IV | Tiefe und Oberfläche | Leben und Tod
03. Dezember // 10:00 - 18:30 Uhr
04. Dezember // 10:00 - 18:30 Uhr
05. Dezember // 10:00 - 10:00 Uhr
Im Research zu Wandel nimmt das vierte Modul die Perspektive der sagitalen Ebene ein: Co-kreieren.
Die transformative Kraft der endokrinen Drüsen inspiriert uns, um Mind- und Body- Zustände aufzugeben und neue ‘States and Shapes’ zu kreieren. Verschiedene Rhythmen der Flüssigkeiten phrasieren die Bewegungen. Liegt die Tiefe vielleicht an der Oberfläche? Absenz ermöglicht Präsenz.
‘BeYond Hier und Jetzt’ erweitert und verdichtet mit der Zeit das Betreten von neuen Räumen.
Moving BeYond praktiziert Respekt und Achtung für all, dessen Dauer auf der Erde ungewiss ist.
PREISSTUFEN:
Für die Fortbildung gibt es ein solidarisches Preismodell. Auf Basis einer Selbsteinschätzung kann eine der drei vorgegebenen Preisstufen (1 bis 3) gewählt werden.
Stufe 1 - 25,00 EUR pro Stunde
Stufe 1b - 23,00 EUR pro Stunde
Stufe 2 - 20,00 EUR pro Stunde
Stufe 3 - 18,00 EUR pro Stunde
Bitte bei der Anmeldung Preisstufe angeben.


